Vortrag von Sally Perel bewegt Schülerinnen und Schüler (Nachricht vom 25.03.2014)

Gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatte das LBK Lünen Sally Perel erneut eingeladen, seine bewegende Geschichte zu erzählen.

Es war sicher nicht der Unterrichtsausfall, der die Schüler an diesem Tag am meisten bewegte. Vielmehr folgten sie Sally Perel gespannt und lautlos auf seiner Reise durch die deutsche Geschichte. Einige äußerten sich nach der Veranstaltung tief bewegt.

“Ich war Hitlerjunge Salomon” - diese unglaubliche und doch wahre Geschichte erzählt Sally Perel, der als Salomon Perel im niedersächsischen Peine im Jahr 1925 geboren wurde und die Schrecken des Dritten Reiches nur durch konsequente Leugnung seiner wahren Identität überleben sollte. So entging seine Familie der Naziherrschaft nur zeitweise durch einen Umzug ins polnische Łódź, welches auch die Heimat von Salomons Eltern war. Als das Deutsche Reich und die Sowjetunion Polen in einem Handstreich unter sich aufteilten, floh der nunmehr 14-jährige Sally Perel noch einmal weiter nach Russland und wurde dort in einem Waisenhaus untergebracht. Letztlich schützte ihn auch das nicht vor der aggressiven Politik des Deutschen Reiches, dessen Soldaten im Sommer 1941 nunmehr in Russland einmarschierten. Seine deutsche Herkunft verhalf ihm zu einem ungewöhnlichen und riskanten Weg: deutschen Soldaten gegenüber verheimlichte er seine jüdische Abstammung und gab vor, ein Volksdeutscher mit dem Namen Josef Perjell zu sein. Während die deutschen Besatzer auf ihrem Weg nach Osten mit Juden kurzen Prozess machten, nahmen Wehrmachtstruppen Salomon Perel als deutsch-russischen Übersetzer in ihren Reihen auf. Über Umwege kam er auf eine nationalsozialistische Eliteschule in Braunschweig, und wurde “Hitlerjunge”. “Ich war 16 und wollte überleben” - so beschreibt Sally Perel heute die unvorstellbare Herausforderung, vor welcher der junge Salomon stand.

Erst 40 Jahre später vermochte es Sally Perel, seine Geschichte aufzuschreiben und zu veröffentlichen - eine dringende Herzoperation gab den Ausschlag. Heute besucht er regelmäßig Schulen in ganz Deutschland und ruft zu mehr Verständnis und Versöhnung auf. “Holocaustleugner sind entweder dumm, weil sie die Wahrheit nicht kennen, oder Verbrecher.” Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben, und jeder Mensch könne aus der Geschichte lernen. (Quelle: Friedrich-Naumann-Stiftung)

Schuld ist nicht erblich (Nachricht vom 03.06.2013)

Am 29.05.2013 war Salomon Perel erneut zu Gast am Lippe Berufskolleg. Er stellte den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 der gymnasialen Oberstufe seine Autobiografie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ einem bewegenden Vortrag vor.

Anschaulich und lebendig schilderte er von seinem Überleben im Dritten Reich in der Uniform des Feindes sowie von seinen extremen Ängsten vor Entdeckung und der Spaltung seiner Persönlichkeit in den Juden Salomon und den Hitlerjungen Jupp. „Diese Spaltung dauert bis heute an und ich glaube auch nicht, dass es mir gelingt, Salomon und Jupp zu einer Person zu vereinen“, so Perel in seinem Vortrag.

Er forderte von den Schülern und Schülerinnen eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, denn nur wenn man sich auskennt, so Perel, kann man Wurzeln schlagen. Aber auch zur Versöhnung rief er auf, „nur so kommt es zu einem dauerhaften und friedlichen Miteinander.“

Eindringlich appellierte zum Ende seines Vortrages an seine Zuhörer und Zuhörerinnen: „Nach mir wird es keine Zeitzeugen mehr geben, deshalb berichte ich euch, damit ihr das Gehörte weiter berichten könnt. Ihr alle werdet durch diesen Vortag zu Zeitzeugen.“

Aber er verwies auch darauf, dass er nicht gekommen sei, um den Schülern und Schülerinnen ein schlechtes Gewissen einzureden oder ein Gefühl von Schuld zu vermitteln. Und erzählte, dass öfter nach seinen Veranstaltungen junge Menschen zu ihm kommen und um Verzeihung bitten.

Seine Antwort auf diese Bitte, so Perel, sei: „Ich verzeihe nicht, denn ich habe der deutschen Jugend nichts zu verzeihen. Schuld ist nicht erblich.“

Es war still und viele hörten aufmerksam seinem Vortrag über sein Überleben als Hitlerjunge Salomon zu. Sehr interessant waren für die Schüler und Schülerinnen aber auch seine Ausführungen über das Konzentrationslager Auschwitz, das im Rahmen der anstehenden Krakaufahrt im Herbst von den Klassen besucht wird.

Vielen Dank an Salomon Perel für seinen Vortrag an unserer Schule, dem Ehepaar Jahn, das Herrn Perel während seiner Lesereisen begleitet, dem Förderverein des Lippe Berufskollegs und der Theodor-Heuss-Akademie (Regionalbüro Gummersbach) für die finanzielle Unterstützung.

Überliefert die Wahrheit weiter (Nachricht vom 20.03.2013)

Im Lippe Berufskolleg berichtet Sally Perel, wie er als jüdischer Junge den Holocaust als vermeintlicher "Nicht-Jude" überlebte. (Quelle: Ruhr Nachrichten, Fiedler)

Sally Perel hält bewegenden Vortrag gegen das Vergessen und hinterlässt tiefe Spuren bei den Schülerinnen und Schülern des LBK.

Er berichtet von einer Welt des Krieges und der Erziehung zum Hass, von Todesängsten und Masssenmorden. Seine Religion und seine Identität hat er verleugnet, um als Hitlerjunge Salomon überleben zu können.

Dem über 80-jährigen Salomon Perel ist es ein großes Anliegen mit jungen Menschen in Kontakt zu bleiben damit sich diese Zeit nicht mehr wiederholt.

Seinen Vortrag schloss er mit dem Auftrag an die Jugendlichen und alle Anwesenden im Raum, die Wahrheit des Holocaust zu überliefern und Zeitzeuge zu werden.

Zeitzeuge, damit niemals wieder eine junge und Ganze Generation so zum Hass verführt und missbraucht wird, wie er es selbst erleben musste.

Nach seinem bewegenden Vortrag stand Sally Perel den Schülerinnen und Schülern für Fragen und der Signierung seines Buches zur Verfügung.

 

Schülerstimmen zum Vortrag

Ich fand die Veranstaltung sehr interessant. Sally Perel ist einer der letzten Zeitzeugen und hat uns seine Geschichte so erzählt, dass man sie sich gut vorstellen kann.

Sina, 19

Mich hat das Erzählte so beschäftigt und berührt, ich habe letzte Nacht davon geträumt.

Melissa, 18

Ich finde Herrn Perel sehr sympathisch. Er ist sehr überzeugend und vermittelt seine Geschichte und sein Anliegen total anschaulich. Es hat mich sehr bewegt wie er von dem Abschied von seinen Eltern erzählt hat. Ich empfehle jedem, seinen Vortrag anzuhören.

Kazim, 18

Ich glaube, dass die Veranstaltung alle Mitschüler beeindruckt hat. Herr Perel hat sehr gefühlvoll erzählt und niemand hat einen gelangweilten Eindruck gemacht. Jeder konnte sich in seine Lange versetzen.

Ich hätte nie gedacht, dass dieser Mann 88 Jahre alt ist, da er so fit und selbstbewusst ist. Dabei trägt er eine große innerliche Last mit sich rum, die ihn seit über 70 Jahren begleitet.

Sandra, 17


Es war toll, leider sind in der zweiten Veranstaltung einige Schüler mittendrin gegangen, das hat schon gestört und ist auch respektlos Herrn Perel gegenüber. Gut fand ich, dass er die Leute aufgefordert hat, ihr Handy wegzulegen.

Joline, 18

Die Geschichte, die Salomon Perel uns erzählt hat, ist so interessant und beeindruckend, ich hätte ihm noch Stunden zuhören können. Er ist sehr nett und außerdem sehr witzig, ich hätte ihn nie auf 88 Jahre geschätzt.

Reyhan, 16

Mich hat beeindruckt, dass er trotz der ganzen Tragik seinen Humor nicht verloren hat.

Mariella, 18

Ich fand die Erzählungen sehr bewegend. Da wir außerdem auch den Film gesehen haben, habe ich ein ganz anderes Bild vom Nationalsozialismus bekommen und interessiere mich sehr dafür.

Louisa, 17

Ich habe am Nachmittag sofort angefangen das Buch zu lesen – super!!!

Ann Christin, 17

Salomon Perel am 18. März zu Gast am LBK (Nachricht vom 11.03.2013)

In zwei Veranstaltungen wird Salomon Peres den Schülerinnen und Schülern seine Autobiographie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ vorstellen und davon berichten, wie er als Jude den Holocaust überlebt hat.

"Nach Jahren des Schweigens gibt Sally Perel das Geheimnis seiner doppelten Identität preis: Der Jude Sally Perel entkam dem Holocaust in der Uniform der Nazis, er überlebt mitten in Deutschland als Hitlerjunge Jupp (Josef) Perjell.

Auf eindringliche Weise berichtet er von den aberwitzigen Erlebnissen und der inneren Zerrissenheit dieses Doppellebens, das ihn in die Rolle des Opfers wie in die des Täters zwang.

Das Buch "Ich war Hitlerjunge Salomon" ist die autorisierte Autobiographie von Sally Perel, der in dieser Veranstaltung über die Schilderung seiner Erlebnisse hinaus auch seine Gedanken und Gefühle aus heutiger Perspektive offen legt. Aus der großen zeitlichen Distanz versucht er, die Ereignisse zu reflektieren und zu bewerten.

Quelle: "www.gegen-vergessen.de"

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung, Regionalbüro Gummersbach statt.