30.05.2019 10:23

Exkursion zur JVA Dortmund

Kategorie: Öffentlich
Am 14.05.2019 machten sich die Unter- und Mittelstufenklassen der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten mit ihren Klassenleitungen Frau Seebold und Herrn Langenkämper auf den Weg zur Justizvollzugsanstalt in Dortmund. Herr Langenkämper organisierte im Vorfeld durch einen Bekannten die Exkursion.

 

 

 

 

 

 

 

Dort angekommen wurde allen Schülerinnen der Ausweis abgenommen und alle wurden auf metallische Gegenstände kontrolliert und abgetastet. Es durften keine Taschen oder sonstige Wertsachen mit in die Anstalt genommen werden.

Herr Eleganczyk, Ausbilder in der JVA, führte die Gruppe in einen Konferenzraum und erzählte zum Einstieg etwas über die Anstalt und wies auf das korrekte Verhalten während der Führung hin.

Zurzeit sind dort 427 erwachsene Männer inhaftiert, darunter auch Abschiebehäftlinge und Personen in U-Haft. Die eigentliche Vollbelegung der JVA beträgt 405 Personen. Zusätzlich dazu, dass die Anstalt überbelegt ist, sind unter diesen 427 Häftlingen 70 Nationen vertreten und es werden rund 40 Sprachen gesprochen. Dies ist natürlich eine wahnsinnige Herausforderung für das Personal. Beispielsweise müssen alle Briefe an die Insassen vorher kontrolliert werden, was bedeutet, dass viele Poststücke vorher vom Dolmetscher übersetzt werden müssen. Auch die Kommunikation gestaltet sich häufig schwierig.

Um 6 Uhr morgens werden die Zellen von den Justizvollzugsbeamten auf Vollständigkeit und Leben der Insassen geprüft. Dabei erhalten diese das Frühstück und die einzige Möglichkeit, Anträge auf z.B. interne Arztgänge, Kirchenbesuche und sportliche Aktivitäten zu stellen. Anschließend gehen die Meisten bis in den frühen Nachmittag arbeiten. Um ca. 15 Uhr haben die Insassen die Möglichkeit, die „Freistunde“ für einen Hofgang zu nutzen. Die Häftlinge werden um 17 Uhr in ihre Zellen geschlossen und erhalten dort ihr Abendessen.

Es bot sich die Möglichkeit, zwei Zellen von Insassen, die zu diesem Zeitpunkt arbeiten waren, anzusehen. Auf diesem beengten Raum (geschätzte 8 qm) muss das ganze Leben stattfinden: Essen, Schlafen und Toilettengänge. 

Während der Führung begegneten der Gruppe auch Insassen auf den Fluren.

Diese reagierten teilweise überrascht auf eine so große Besuchergruppe, ließen sich dadurch aber nicht aus ihrer Routine bringen.  

Insgesamt hat die Exkursion in die JVA bei uns allen sehr unterschiedliche Eindrücke hinterlassen. Wir haben uns verschiedene Bereiche ansehen dürfen und hatten so die Möglichkeit, uns ein facettenreiches und reales Bild der JVA zu machen. Besonderes überrascht hat uns die Tatsache, dass die Insassen schon weit vor ihrer Entlassung auf das Leben „draußen“ vorbereitet werden. Diese Vorbereitung ist nur eine der wichtigen Aufgaben im allgemeinen Vollzugsdienst. Über das Berufsbild können sich Interessenten auf der Homepage der JVA informieren.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Langenkämper für die Organisation und Herrn Eleganczyk für die beeindruckende Führung.

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